Vitamin B12 und seine Bedeutung für unsere Gesundheit

Vitamin B12 steht für verschiedene Verbindungen gleicher biologischer Wirkung. Im chemischen Grundgerüst sitzt ein Cobalt Ion, deshalb werden sie auch als Cobalamine bezeichnet. Das Vitamin ist lebensnotwendig und an wichtigen Vorgängen im Körper beteiligt, der Blutbildung, der Zellteilung und der DNA Synthese, ebenso wie die Folsäure, die hier eine optimale Ergänzung darstellt.

Obwohl Vitamin B12 ein wasserlösliches Vitamin ist, kann unser Körper es speichern. Das Depot wird in der Leber aufgebaut und reicht normalerweise für rund 5 Jahre. Aufgrund der Speicherkapazität wird der Mangel oft spät erkannt un d die Symptome haben eher einschleichenden Charakter. Es kann zu einem Mangel kommen und dafür gibt es verschiedene Ursachen.

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder vegan, dazu gehören auch zunehmend Kinder und Jugendliche, denen ebenso wie den Erwachsenen, der Tierschutz wichtig ist. Da wir Vitamin B12 nur aus Lebensmitteln erhalten, die vom Tier kommen und nicht aus Pflanzen, ist die Versorgung bei dieser Art der Ernährung gefährdet. Fisch, Fleisch, Käse, Milch und Eier sind die wichtigsten Lieferanten, was für Ovo-Lacto-Vegetarier, die Eier und Milchprodukte als Quelle nutzen, weniger problematisch ist als für Veganer, die völlig auf tierische Produkte verzichten. Insbesondere Kinder, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf, da die Zellteilung für die Entwicklung von Hirn und Nervensystem gewährleistet sein muss. Ein Mangel führt bei Kindern zu Entwicklungsstörungen, die sich später darin äußern, dass die Kinder zu klein sind für ihr Alter und im Extremfall starke Lernstörungen haben können.

Ebenso kann unter dem Einfluss bestimmter Medikamente die Verwertung von Vitamin B12 gestört sein und ein Mangel entstehen. Hier sind zu nennen Metformin, Protonenepumpenhemmer (Omeprazol), orale Kontrazeptiva (Pille). Aber auch chronische Gastritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Erkrankungen der Leber und der Bauchspeicheldrüse, HIV-Infektionen, verschiedenen Autoimmunerkrankungen, eine Dünndarmfehlbesiedlung mit dadurch unzureichendem Microbiom, Alkoholismus und Rauchen führen zu einem Mangel an Vitamin B12.

Die Folgen der Mangelversorgung sind Störungen der Zellerneuerung, der Blutbildung und der Versorgung von Nervenfasern. Als Mangelsymptome können auftreten: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Leistungsabfall und Muskelschwäche. Blässe, Schwäche, Müdigkeit, die eventuell länger anhalten, insbesondere bei Veganern, sollten mit dem Arzt mithilfe eines Blutbildes abgeklärt werden. Ein starker Vitamin B12 Mangel oder gar eine Vitaminmangelanämie können Verwirrtheit, depressive Verstimmungen, Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu Demenz zur Folge haben, ebenso wie Nervenschädigungen, die Empfindungsstörungen unter den Füßen und an den Händen auslösen.

Ein weiterer Grund für einen Mangel an Vitamin B12 ist die gestörte Aufnahme im Alter. Es werden mit steigendem Alter mehr Medikamente notwendig, gleichzeitig nehmen Magen-Darm-Erkrankungen zu. Krankheits- und medikamentenbedingte Resorptionsstörungen führen zu einem Mangel, der sich in Müdigkeit, Erschöpfung, depressiven Verstimmungen und als Folge, Sturzgefahr darstellen kann. Bei leichten Symptomen ist eine orale Vitamin B12 Zufuhr möglich, bei stärkeren oder Anämie eine i.m. Gabe.

Also: Vitamin B12 ist eine kleines Vitamin mit großer Wirkung!